5 Verhandlungstricks beim Linkbuilding

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Veröffentlicht am 15. November 2010 von Axel Scheuering Suchmaschinenoptimierung

Es gibt viele bekannte Verhandlungstechniken und -tricks. Lese hier, welche davon besonders beim Linkbuilding nützlich sind und wie man sie in diesem speziellen Bereich anwenden kann.

Wenn man Linkbuilding für eine Website betreibt, ist es manchmal nötig, dass man für einen Link etwas Geld in die Hand nimmt. Schließlich fordern manche Website-Betreiber völlig zu Recht eine monetäre Gegenleistung dafür, dass Sie einen Link auf eine andere Website setzen.

Besteht nun zwecks Linkkauf Kontakt zu einem Website-Betreiber und zeigt dieser grundsätzlich Interesse an solch einem Deal, fängt die Verhandlung über den Kaufpreis und die Art und Weise der Verlinkung an. Damit man  für beide Verhandlungspartner ein möglichst faires Verhandlungsergebnis erzielt und seinen Preisvorstellungen möglichst nahe kommt, gilt es einige Verhandlungsgrundsätze zu beachten, die auch im Linkbuilding gelten.

#1 Die Position des Anderen kennen

Man muss zuerst natürlich wissen, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Ist es ein Hobby-Website-Betreiber, der nur wenig Ahnung über den Wert eines Links hat? Oder muss man beispielsweise mit einem professionellen Affiliate verhandeln, der genau weiß, welcher Preis für einen Link auf seiner Website angemessen ist?

Je nachdem, mit wem man es zu tun hat, wird auch dessen Position bzw. Einstellung zum Setzen eines Links auf eine externe Website variieren. Daher gilt es im Vorfeld möglichst viel über den potentiellen Linkgeber herauszufinden. Man sollte den Anderen einfach kurz googeln, um einen ersten Eindruck zu bekommen, wer er ist und was er so macht. (Ich schreibe hier im Artikel “er”. Natürlich kann ein potentieller Linkgeber auch eine Frau sein. Der Einfachheit halber bleibe ich aber bei “er”.)

Die Position von Hobby-Website-Betreibern  zum Verkauf eines Links ist häufig, dass diese nicht genau wissen, was das ist, bzw. was man eigentlich von ihnen will. Somit haben solche Site-Betreiber oft keine konkrete Preisvorstellung. Dagegen wird ein Affiliate meist genau wissen, was seine Seite und damit auch ein Link von dieser wert ist.

Viele professionelle Affiliates haben einen recht coolen Job, denn sie erzielen ihr Einkommen ausschließlich über die Vermarktung ihrer Websites. Das ist cool oder? Deshalb wird ein Affiliate meist versuchen aus dem Linkverkauf möglichst viel für sich herauszuholen und eben dieses Einkommen so zu erhöhen. Deshalb sollte man den geforderten Kaufpreis eines Affiliates nicht so ohne weiteres gleich überweisen, sondern das Angebot kritisch hinterfragen und verhandeln.

Das sind nur zwei einfache Beispiele, wie sich die Position eines Website-Betreibers zum Verkauf eines Links unterscheiden kann. In der Praxis gibt es natürlich deutlich mehr als nur diese beiden Schubladen, in die man potentielle Linkverkäufer stecken kann. Man muss einfach eine ganze Reihe an Infos über den entsprechenden Website-Betreiber sammeln, um beurteilen zu können, mit wem man es zu tun hat und welche Position dieser hat.

#2 Optimalziel und Minimalziel definieren

Bevor man Kontakt zum möglichen Linkpartner aufnimmt, ist es sinnvoll, dass man sich ein Optimalziel und ein Minimalziel überlegt. D. h. man braucht 1. eine Preis-Range, in der sich der Kaufpreis für den Link bewegt und 2. natürlich noch viel mehr: Man muss sich Gedanken zur idealen Linkplatzierung auf der Website machen (Linkliste?, neuer Blogbeitrag auf der Seite?, alten Blogbeitrag erweitern?, Link aus Sidebar oder Footer?, etc.). D. h. man muss wissen, was man mindestens für den Link ausgeben würde und wo der Link optimaler Weise platziert sein soll. Ebenso muss man wissen, was man maximal bereit ist auszugeben und was die schlechteste Art und Weise der Verlinkung wäre, die man gerade noch akzeptieren würde.

Preisrange ist verdammt wichtig

In den meisten Fällen sollte man den potentiellen Linkgeber nicht zuerst seine Kaufpreishöhe nennen lassen. Man sollte lieber selbst seine Preisrange nennen. Wenn man einem Website-Betreiber beispielsweise sagt, dass man für einen Link von seiner Seite zwischen 150 und 200 Euro zahlen würde, gibt man ihm gleich gedankliche Grenzen (Fixpunkte) vor, in denen er sich bewegen kann.

Macht man dagegen den Fehler, ihm nur einen Betrag zu nennen – „Ich gebe dir für einen Link 175 Euro“ – kann der Andere den zweiten Fixpunkt selbst bestimmen z. B. „Das ist mir zu wenig. Ich möchte das Doppelte dafür“.  Wie es so bei Verhandlungen üblich ist, wird man sich dann möglicherweise irgendwo in der Mitte treffen (262,50 Euro). Das wäre dann alles andere als ideal, denn dann hätte man sein Minimalziel von maximal 200 Euro für diesen Link bei Weitem überschritten. Deshalb unbedingt immer eine mögliche Preisrange nennen.

Tip Top Tipp

Preislich nicht in der Mitte treffen, wenn die Mitte von einem Punkt beeinflusst wird, den der Andere vorgibt.

#3 Keine Chance für die höhere Instanz

Gerade bei Preisverhandlungen kommt es oft vor, dass sich der Verhandlungspartner auf eine höhere Instanz beruft: „Also diesen Preis muss ich erst mit meinem Kollegen abstimmen.“ Der Grund hierfür ist dann meist, dass der potentielle Linkgeber diese höhere Instanz braucht, um seine höhere Preisforderung durchzusetzen: „Aber mein Kollege hat gesagt, dass wir den Link nicht unter 250 Euro setzen können“. D. h. im Klartext, dass man keinen persönlichen Kontakt mehr zu einem Verhandlungspartner hat und im eigentlichen Sinne somit auch nicht mehr über den Preis verhandeln kann.

Deshalb sollte man gleich zu Beginn den direkten Kontakt zur höheren Instanz verlangen: „Ich verstehe, dass Sie dazu erst mit Ihrem Kollegen sprechen müssen. Aber vielleicht kann ich mein Anliegen direkt selbst bei ihm vortragen“. Oft merkt man dann, dass es anscheinend doch nicht unbedingt nötig ist, den Kollegen dazu zu befragen.

#4 Arroganten Personen Anerkennung entgegenbringen

Gelegentlich hat man es im Linkbuilding auch mit arroganten Menschen zu tun. Gerade wenn Menschen eine erfolgreiche Website betreiben und nun ein Angebot für einen Linkverkauf bekommen, dass ihnen zu niedrig erscheint, fühlen sich manche in ihrem Stolz verletzt: „Ich habe die tollste Website zum Thema X aufgebaut und habe es gar nicht nötig einen Link für diesen Betrag zu verkaufen…“. Solche Leute wollen nicht unbedingt wirklich einen viel größeren Betrag, sondern oft einfach nur (mehr) Anerkennung.

Am besten zeigt man sich interessiert und fragt den Anderen ein bisschen über die Entstehungsgeschichte seiner Website aus und darüber, wie er sie aktuell führt und vermarktet. Arrogante Menschen erzählen gerne von sich und ihren Erfolgen. Lassen wir sie das einfach tun, dann geht es ihnen besser :) . Bei passender Gelegenheit kann man dann ja nochmal in Ruhe über den Kaufpreis reden.

#5 Ergebnisse protokollieren

Das ist natürlich sehr wichtig. Wenn man sich mit dem Linkgeber einig ist, sollte man das Besprochene nochmal in Form einer E-Mail schriftlich zusammenfassen: Kaufpreis, Art der Verlinkung, Linktexte, Ziel-URLs und zusätzliche Gegenleistungen für den Link (etwa eine Verlinkung seiner Website von einer meiner Domains). Wenn so ein Deal noch schriftlich festgehalten ist, weiß der Linkgeber was er nun zu tun hat und man ist dem Wunsch-Link ziemlich nahe.

Exkurs: buying links is evil

Warum darf man eigentlich keine Links kaufen? »

Man darf laut den Google-Richtlinien eigentlich gar keine Links kaufen. Google sagt: „Der Ankauf oder Verkauf von Links, die PageRanks weitergeben, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster von Google“ Quelle. Erkennt Google, dass eine Website ihr Ranking durch gekaufte Links manipuliert, drohen Penaltys.

Aber genau hier fängt es an interessant zu werden. Im Web werden Links meist ohne NoFollow-Attribut gesetzt und geben sozusagen PageRank weiter (das, was Google bei bezahlten Links ja nicht möchte). Nachdem man bei Google bestimmt auch weiß, dass nicht jeder Link gekauft ist, der ohne NoFollow gesetzt ist, bieten sich für jeden Linkbuilder viele Möglichkeiten. Wer Links so kauft, dass sie nicht als solche erkennbar sind, hat auch von Google recht wenig zu befürchten. BTW: Nicht nur Google hat diese Richtlinien, sondern eigentlich alle halbwegs bekannten Suchmaschinen.

Wie gekaufte Links aussehen, kann man sich im Blogbeitrag von Hanns Kronenberg zu diesem Thema ansehen. So etwas gilt es also zu vermeiden.

Finally…

Bei allen Verhandlungen um Preise sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass der Andere durch das Angebot zusätzlich verdienen würde. D. h. wenn man sich gegen den Deal entscheiden sollte, weil der potentielle Linkgeber einen zu hohen Preis verlangt, verdient er gar nicht. Vielen ist statt “gar nichts” immer noch lieber, sie verdienen (aus ihrer Sicht) nur “recht wenig” dazu.

Welche Verhandlungstricks findest du beim Linkbuilding besonders effektiv und was sind deine Tricks? Sag’ es uns in den Kommentaren!

Bildquellenangabe: © Konstantin Gastmann / PIXELIO

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4 Antworten auf 5 Verhandlungstricks beim Linkbuilding

  1. Hallo Axel,
    besten Dank für den wertvollen Input. Besonders muss ich Dir beim Punkt

    D. h. im Klartext, dass man keinen persönlichen Kontakt mehr zu einem Verhandlungspartner hat und im eigentlichen Sinne somit auch nicht mehr über den Preis verhandeln kann.”

    rechtgeben! … in der Tat – es ist eine Methode um Jemanden hinzuhalten und Zeit zu gewinnen, die der Andere aber im Regelfall nicht hat. Im täglich Vertrieb nutze ich diese Methode mitunter auch. Sie puffert auch Fragen ab, die man mitunter nur extrem schwer beantworten kann und möchte, wo man häufig auch davon ausgeht, dass der Geschäftsführer sich dazu ehh nicht rühren wird. Kein Wunder bei dem Mailaufkommen…

    Die Idee mit dem Anerkennung gegenüber arroganten Menschen zeigen, ist herlich!

    In diesem Sinne besten Dank für den schönen Artikel… 1-2 Sachen werde ich mal testen.

  2. Pingback: t3n-Linktipps: bit.ly Bundles, „Social Media Effects“-Studie, MySpace, Linkbuilding-Tipps, Street View Schnappschüsse » t3n News

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